Independently

Independently published, diese Angabe im Impressum ist kein Verlagsname, sondern ein Programm: Hier haben Autorinnen und Autoren ihre Bücher in kompletter Eigenregie veröffentlicht, meist über die Print- und E-Book-Dienste des größten Online-Buchhändlers. Im Genre der Ostfriesenkrimis ist dieser Weg längst eine tragende Säule, und die Werkliste nennt zwei gute Beispiele: Dörte Frerksen mit der Inselpolizistin-Reihe, etwa dem Buddelschiffmord von Juist als Band 12, und Anja Urban mit den Küstenermittlungen, darunter Ein Tod allein war nicht genug.

Independently published: der Ostfrieslandkrimi in Eigenregie

Man muss die wirtschaftliche Realität des Genres kennen, um diese Veröffentlichungsform richtig einzuordnen. Der Ostfrieslandkrimi ist eines der erfolgreichsten Segmente des deutschen Selfpublishings, ein erheblicher Teil der Reihen, die die Bestsellerlisten der E-Book-Shops füllen, erscheint ohne klassischen Verlag, direkt von der Autorin zur Leserschaft. Die Gründe liegen auf der Hand: Das Genre lebt von hoher Erscheinungsfrequenz, treuen Serienlesern und spitzen regionalen Themen, alles Eigenschaften, die zum direkten Vertriebsmodell passen wie der Kluntje in den Tee. Wer als Autorin ihre Inselreihe selbst steuert, entscheidet über Tempo, Cover und Preis, und die Leser honorieren es mit einer Bindung, von der mancher Verlagstitel träumt.

Verzeichnete Autorinnen und Titel (Auswahl)

  • Dörte Frerksen: Die Inselpolizistin, die Reihe um Maike Hansen, unter anderem mit dem Buddelschiffmord von Juist als Band 12
  • Anja Urban: Morde an Ostfrieslands Küste, unter anderem Ein Tod allein war nicht genug

Qualität ohne Verlagslogo: worauf Leser schauen können

Die berechtigte Frage lautet: Woran erkennt man ohne Verlagsfilter, ob ein Buch etwas taugt? Die Antwort gibt das Genre selbst, nämlich über seine Serienlogik. Reihen wie die um Maike Hansen, die es auf zwölf und mehr Bände bringen, bestehen den härtesten Test, den es gibt, den der zahlenden Stammleserschaft. Niemand kauft Band 12 einer Reihe, deren erste elf Bände enttäuscht haben. Die Bandzahl ist im unabhängigen Veröffentlichen deshalb ein ehrlicheres Gütesiegel als manches Verlagslogo, und die Inselpolizistin, die von Juist über Langeoog bis Borkum ermittelt, trägt dieses Siegel sichtbar. Auch Anja Urbans Doppelstruktur aus der Stein-und-Martens-Reihe und den Küstenermittlungen zeigt das Muster: Wer im Selfpublishing bestehen will, muss liefern, verlässlich, ortskundig und in Serie.

Für die Region hat dieser Buchmarkt von unten einen erfreulichen Nebeneffekt: Er hat Ostfriesland flächendeckend literarisiert. Weil keine Programmkonferenz mehr entscheidet, ob ein Warfendorf oder ein Buddelschiff einen Mord wert ist, haben inzwischen auch die kleinen Orte und die speziellen Requisiten ihre Krimis bekommen, das Buddelschiff im Juist-Band ist dafür ein hübsches Beispiel, ostfriesischer wird Mordwerkzeug-Symbolik kaum. Einheimische lesen solche Bücher mit dem Vergnügen des Wiedererkennens, Urlauber mit dem der Vorfreude.

Die Empfehlung ist deshalb unaufgeregt: Die Angabe Independently published sollte niemanden abschrecken und niemanden blenden, sie beschreibt den Vertriebsweg, nicht die Qualität. Wer sich orientieren will, nutzt Leseprobe, Bandzahl und Reihenkontext, und wird bei den hier verzeichneten Autorinnen feststellen, dass der unabhängige Ostfrieslandkrimi handwerklich längst erwachsen ist. Das Genre wäre ohne diesen Weg um Dutzende Reihen und Hunderte Inselmorde ärmer, und um manche seiner schönsten Schauplätze dazu.

Autorinnen und Autoren im Verlag

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