Stefan Wollschläger

Friesenkunst war der Anfang, und inzwischen steht die Reihe bei der Friesengier: Stefan Wollschläger hat mit seiner Serie um Diederike Dirks eine der etablierten Marken unter den Ostfriesenkrimis geschaffen, vierzehn nummerierte Bände, alle nach demselben Prinzip benannt, Friesen plus ein Wort. Wer im Genre nach einer verlässlichen, sauber durchgezählten Reihe mit einer Ermittlerin als Konstante sucht, wird hier fündig.

Stefan Wollschläger und seine Ostfriesenkrimis: Diederike Dirks ermittelt

Schon der Name der Kommissarin ist ein Bekenntnis zur Region, Diederike Dirks klingt nach Kirchenbuch und Küstenwind, so heißen hier tatsächlich Menschen, und eine Ermittlerin mit diesem Namen muss man nicht erst in Ostfriesland verwurzeln, sie ist es qua Taufe. Ihre Fälle beginnen mit der Friesenkunst, einem Auftakt, der das Verbrechen in die Welt der Bilder und Galerien legt, und setzen sich fort mit der Friesenklinik, dem Friesenauge, dem Friesenlohn und der Friesennacht. Danach folgen Friesenjagd und Friesenangst, der Friesenrat, bei dem man unwillkürlich an Gremien und ihre Hinterzimmer denkt, der Friesenstern, der Friesenmut, der Friesenhass, der Friesentraum, der Friesenfluch und als Band 14 die Friesengier. Die Reihung ergibt, liest man sie am Stück, fast eine Gefühlskunde der Küste: Von Kunst und Klinik über Angst, Mut und Traum bis zu Hass, Fluch und Gier ist das ganze Register menschlicher Zustände versammelt, und genau daraus beziehen Regionalkrimis ihre Fälle, aus dem, was Menschen bewegt, nicht aus dem, was sie besitzen.

Diederike Dirks ermittelt: die Reihenfolge

  • Band 1: Friesenkunst
  • Band 2: Friesenklinik
  • Band 3: Friesenauge
  • Band 4: Friesenlohn
  • Band 5: Friesennacht
  • Band 6: Friesenjagd
  • Band 7: Friesenangst
  • Band 8: Friesenrat
  • Band 9: Friesenstern
  • Band 10: Friesenmut
  • Band 11: Friesenhass
  • Band 12: Friesentraum
  • Band 13: Friesenfluch
  • Band 14: Friesengier

Die Kunst der verlässlichen Reihe

Vierzehn Bände in durchgehender Zählung, das ist im Genre der Ostfrieslandkrimis die Königsdisziplin der Leserbindung, und sie verlangt mehr, als es von außen scheint. Eine Serie dieser Länge muss ihre Ermittlerin weiterentwickeln, ohne sie zu verschleißen, muss Schauplätze variieren, ohne das Terrain zu verlassen, und muss in jedem Band ein neues Milieu erschließen, die Titel deuten an, wie das gelingt: mal die Kunstszene, mal die Klinik, mal die Nacht, mal die Jagd. Für Leser bedeutet das die angenehmste Form von Verlässlichkeit, man weiß, was man bekommt, und wird trotzdem nicht mit der Wiederholung desselben Falls abgespeist.

Die Einwort-Titel haben dabei einen praktischen Nebeneffekt, den Sammler zu schätzen wissen: Im Regal und in der Erinnerung bleiben sie sortierbar, und die Frage, welcher Band noch fehlt, ist schnell beantwortet. Über den Autor selbst macht die Werkliste keine Angaben, und dabei bleibt es, keine erfundenen Lebensläufe. Die Empfehlung ist unkompliziert: Wer Diederike Dirks kennenlernen will, beginnt bei der Friesenkunst und folgt der Nummerierung, vierzehn Fälle sind ein Vorrat, der über einen ganzen Küstenwinter trägt. Und wer die Reihe schon kennt, weiß, dass nach der Gier erfahrungsgemäß das nächste Friesenwort nicht lange auf sich warten lässt, das Wörterbuch gibt noch einiges her.

Bücher von Stefan Wollschläger

Buchcover: Friesenrat – Ostfriesen-Krimi

Friesenrat – Ostfriesen-Krimi

Stefan Wollschläger

Nach den Bestsellern Friesenjagd und Friesenangst der neue Fall für Diederike Dirks! Nehmt - mich - ernst! Beim Reinigen eines Mietwagens …

Buchcover: Friesenkunst – Ostfriesen-Krimi

Friesenkunst – Ostfriesen-Krimi

Stefan Wollschläger

Bei einer Meerbude wird die Leiche eines Malers aus Bensersiel entdeckt. Das Einzige, was er bei sich hat, ist eine Eintrittskarte der …

Buchcover: Kirmesmord

Kirmesmord

Stefan Wollschläger

Eine Leiche auf dem Osnabrücker Jahrmarkt Die aus Ostfriesland stammende Kommissarin Diederike Dirks arbeitet für die Kriminalpolizei …