Jan Olsen

Greetsiel mit seinen Zwillingsmühlen und dem Kutterhafen gilt als das Postkartenmotiv Ostfrieslands schlechthin, und Jan Olsen hat aus dem Bilderbuchort eine Krimizentrale gemacht. Seine Reihe Polizei Greetsiel ermittelt umfasst inzwischen sechzehn Bände, und jeder einzelne beginnt im Titel mit denselben zwei Worten: Die Leiche. Wer Ostfriesenkrimis mit klarem Konzept und festem Schauplatz sucht, findet hier eine der konsequentesten Serien des Genres.

Jan Olsen und seine Ostfriesenkrimis aus Greetsiel

Die Titelliste liest sich wie ein Inventar der Region, sortiert nach Fundorten: Die Leiche im Watt macht als Band 1 den Anfang, es folgen Die Leiche im Deichhaus, Die Leiche mit dem Teelikör, Die Leiche im Meer, Die Leiche im Schlick und Die Leiche im Sieltief. Danach wird es noch ostfriesischer: Die Leiche auf dem Gulfhof nutzt den typischen Bauernhaustyp der Region, Die Leiche auf dem Krabbenkutter und später Die Leiche im Beifang holen die Krabbenfischerei ins Spiel, die Greetsiel wirtschaftlich wie touristisch prägt, Die Leiche auf der Deichkrone legt den Fund an die markanteste Linie der Landschaft. Mit Die Leiche in Greetsiel, Die Leiche am Greetsieler Hafen und Die Leiche in der Greetsieler Gracht rückt der Ort selbst in den Titel, Die Leiche des Netzflickers würdigt einen Beruf, den es fast nur noch an solchen Häfen gibt, und Die Leiche im Wattenmeer schließt als Band 16 den Kreis zum Auftakt. Sogar eine Leiche bei der Geburtstagsfeier ist verzeichnet, das Verbrechen macht eben auch vor Familienfesten nicht halt.

Polizei Greetsiel ermittelt: Orientierung (Auswahl)

  • Band 1: Die Leiche im Watt
  • Band 3: Die Leiche mit dem Teelikör
  • Band 7: Die Leiche auf dem Gulfhof
  • Band 8: Die Leiche auf dem Krabbenkutter
  • Band 12: Die Leiche am Greetsieler Hafen
  • Band 16: Die Leiche im Wattenmeer

Das Prinzip Fundort

Man könnte das Titelschema für simpel halten, tatsächlich steckt darin eine Poetik des Regionalkrimis. Jeder Band beantwortet zuerst die Frage nach dem Wo, und das Wo ist in Ostfriesland nie neutral. Eine Leiche im Schlick stellt andere Fragen als eine im Deichhaus, der Fund im Beifang eines Kutters zieht andere Kreise als der an der Gracht mitten im Touristenort. Die Reihe nutzt also die Landschaft nicht als Hintergrund, sondern als Ausgangspunkt jeder Ermittlung, und wer die Gegend kennt, liest die Titel wie Ortsangaben auf einer vertrauten Karte. Der Teelikör als Tatwerkzeug oder Indiz ist dabei ein besonders hübscher Einfall, ostfriesischer wird es kaum.

Greetsiel selbst ist als Dauerschauplatz eine kluge Wahl. Der Ort vereint auf engstem Raum alles, was das Genre braucht: den malerischen Hafen mit Kuttern und Touristenströmen, die Krummhörner Dörfer im Umland, das Watt vor der Tür und eine Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt. Dass ausgerechnet die Polizei dieses idyllischen Fleckens in sechzehn Bänden nicht zur Ruhe kommt, ist der laufende Witz der Reihe, und zugleich ihr Versprechen: Hinter der Postkarte gibt es immer noch eine Geschichte.

Der Einstieg ist unkompliziert, die Nummerierung führt von der ersten Leiche im Watt bis zur jüngsten im Wattenmeer. Wer Greetsiel vom Urlaub kennt, wird die Schauplätze wiedererkennen, wer noch nie dort war, plant nach ein paar Bänden vermutlich die Anreise, am besten mit einem Blick auf die Kutter, in deren Beifang es in dieser Reihe bekanntlich mehr als Krabben gibt.

Bücher von Jan Olsen

Buchcover: Die Leiche im Schlick. Ostfrieslandkrimi

Die Leiche im Schlick. Ostfrieslandkrimi

Jan Olsen

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Buchcover: Die Leiche im Watt. Ostfrieslandkrimi

Die Leiche im Watt. Ostfrieslandkrimi

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